IDUGB#30 – Crossmediales Publizieren mit InDesign und WordPress – Zusammenfassung

Der Text im WordPress, dann ein Klick und fertig ist das druckfertige InDesign-Dokument und das anschließende PDF.

InDesign-Skripte können mittlerweile weit mehr als nur Texte ersetzen oder QR-Codes in ein Dokument einfügen. Spätestens seit der letzten InDesign User Group Berlin kennt InDesign auch das Internet. Aber welche Daten aus dem Internet denn?

Das haben Heike Burch und Daniel Baron mit der Präsentation ihres Workflows von einer WordPress-Webseite bis hin zu einem fertig gestalteten InDesign-Dokument eindrucksvoll gezeigt.

In monatelanger Absprache und andauernder Verfeinerung haben sie ein Rezept gefunden, die Inhalte von der Webseite abzurufen und in InDesign wieder einzufügen. Kochen kann man eben nicht nur am Herd!

Am Anfang war…

… die Datenzusammenführung. Das war eine über Excel generierte Druckdatenerstellung. Nicht wirklich gut zu handhaben. Korrekturschleifen waren kompliziert und fehleranfällig.

Das Problem an der Sache war: Eine Excel-Tabelle, die Heike Burch für die Datenzusammenführung erstellt hat, hat nur begrenzt Spalten. Und beispielsweise jede Zutat erforderte eine neue Spalte. Wenn sich ein Rezept also mal über mehr als 22 Zutaten erstreckte, dann musste sie das Template anpassen und eine weitere Zeile hinzufügen. Genauso musste sie in der Excel-Tabelle eine neue Spalte hinzufügen. Das System war nicht wirklich flexibel.

Nachdem Daniel im April auf der PUBKON bereits über seine Fortschritte mit dem Daten-Export aus WordPress heraus in ein XML-Dokument berichtete, wurde Heike hellhörig: Man konnte Daten aus WordPress auslesen und in InDesign weiter bearbeiten? Grund genug, den Freelancer mit dem Projekt „Für Freunde“ zu konfrontieren.

… und dann wurde (fast) alles einfacher

Um das Projekt zu stemmen war es erforderlich, einige Anpassungen am WordPress-System vorzunehmen.

Die WordPress-Plugins

Zuerst mussten die beiden ein Plugin finden, das bereits Rezepte darstellen kann. Eine Eigenentwicklung war nicht nötig, da der Vorschlag von Daniel, das Plugin „WordPress Ultimate Recipe“ zu verwenden, von Heike mit offenen Armen empfangen wurde.

Das Plugin fügt einen so genannten *Custom Post Type* hinzu, der  die Eingabe von Zutaten und Arbeitsschritten stark vereinfacht. Nachdem Heike etwas damit gearbeitet hatte, wurde schnell klar: Das Plugin sollte es sein, damit würde sie klarkommen.

Daniel setzte sich daraufhin an die Analyse des Plugins und fand heraus, wie beispielsweise die Zutaten im WordPress-System gespeichert wurden.

Daraufhin konnte er die bestehende Excel-Tabelle von Heike verwenden und die Rezepte importieren. Ein kleines Detail, das schnell nachgetragen wurde, war die manuelle Rezeptnummerierung von Heike, die ihre Rezepte mit einer eigenen Nummerierung versehen hat. Auch dafür entwickelten sie kurzerhand ein Plugin, das die Nummerierung anzeigen und bearbeiten konnte.

Anschließend hatte Heike die Möglichkeit, die Rezepte in WordPress zu bearbeiten. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie allerdings noch keine Bilder zu dem jeweiligen Rezept.

Alle Bilder manuell hochzuladen hätte nicht nur ewig gedauert, sondern wäre auch sehr fehleranfällig gewesen. Also entwickelte Daniel auch dafür gleich zwei Plugins, die dafür zuständig sind und waren, die Bilder auf dem Server korrekt zu sortieren und der Mediathek – vergleichbar mit der Adobe Bridge nur für WordPress – hinzuzufügen.

Außerdem schrieb Daniel ein Plugin, das entsprechend die Ordnerstruktur für neue Rezepte berücksichtigte, sodass Heike weiterhin die Bilder über WordPress hochladen konnte.

Eine Besonderheit bei der Sortierung der Bilder stellt die erwähnte manuelle Nummerierung dar, die sie verwenden konnten, um die Rezeptbilder in entsprechend nummerierte Ordner zu legen.

Nachdem das also über die Bühne gegangen war, konnten sie sich endlich darum kümmern, die Daten von WordPress aus in einem für InDesign kompatiblen Austauschformat zur Verfügung zu stellen.

„Dafür gibt’s doch Plugin!“ erinnert an einen Werbeslogan eines großen Pharmaunternehmens, Daniel machte sich diesen Spruch zu eigen und entwickelte noch eine Erweiterung für WordPress, um das Austauschformat festzulegen, das die beiden später verwenden würden, um den Datenaustausch herbeizuführen.

Porky. Oder: Warum ein Stachelschwein die Welt verändert

Porky ist eine Funktionssammlung für InDesign-Skripter, die sich das Leben nicht unendlich kompliziert machen wollen. So kann man die bereits angesprochene Verbindung ins Internet herstellen und Daten von einer Webseite abrufen. Außerdem gestattet Porky es, mit einer Zeile einen neuen Text- oder Bildrahmen und beliebigen Text oder ein beliebiges Bild darin zu platzieren.

Sobald das Skript aufgerufen wurde, wurden die Besucher der IDUG  mit einem Fenster begrüßt, das bereits eine Menge erahnen ließ. Zwei Buttons sorgten für die Steuerung von Porky, denn das muss manuell gestartet und gestoppt werden, da es sich um eine externe Bibliothek handelt.

Sobald Porky gestartet war, war der fahrbare Untersatz geschaffen, mit dem man die Daten aus dem Internet abrufen konnte. Nun fehlte nur noch das GPS, das Porky sagte, wo es denn die Daten abrufen sollte und was es weitergehend damit machen sollte.

Weitere Bedienelemente ließen eine Liste der Rezepte aus dem WordPress-System heraus erscheinen. Hierbei wurde Porky im Hintergrund angewiesen, entsprechend des zuvor festgelegten Austauschformats eine Liste der Rezepte abzurufen.

Außerdem wurde man über zwei Ordner-Auswahldialoge gebeten, den lokalen Ordner für die Bilder sowie den Ausgabe-Ordner auszuwählen, der für das spätere Verpacken notwendig ist.

Zwei Checkboxen im unteren Bereich des Dialogs lassen zu, dass das Dokument nach der Gestaltung automatisch verpackt und/oder geschlossen wird.

Zum Kochen braucht es Magie

Ganz unten im Dialog findet man den unscheinbaren Button mit der Aufschrift „Layout öffnen“, mit dem die Magie überhaupt erst richtig anfängt: Das Skript weist Porky an, die Daten für das jeweilige Rezept aus dem WordPress-System herunterzuladen und für InDesign aufzubereiten. Danach werden mithilfe des Skripts einige Rahmen angelegt, die dementsprechend mit den jeweiligen Inhalten befüllt werden.

All das passiert so schnell, dass innerhalb von zwei Sekunden das Dokument geöffnet, alle Elemente platziert, das Dokument verpackt und geschlossen wird.

Fazit

Zum Kochen braucht man die richtigen Zutaten, viel Geduld, einen guten Geschmackssinn und vor allem starke Nerven, wenn mal etwas nicht schmeckt.

Eigentlich ist Kochen daher gar nicht so viel anders als Programmieren oder das Entwickeln von Workflows. Auch hier brauchen wir die richtigen Zutaten – in dem Fall sind das WordPress-Plugins und InDesign-Skripte, die Geduld, um das Projekt umzusetzen und die Nerven, wenn man feststellt, dass im letzten Schritt doch noch ein Denkfehler drin ist und man mehr oder weniger von vorn anfängt, um den Fehler auszubügeln.

Kurzum: Wer sich nicht selbst mit Workflows herumschlagen will, der darf gerne unsere Referenten Heike (www.moliri.com) und Daniel Baron (www.barooney.com) kontaktieren, um mehr über Web-to-Print-Workflows zu erfahren.

Alles Gute und bis zum nächsten mal, Heike, Klaas und Stephan.

Links:

Heike www.moliri.com / Facebook
Daniel Baron www.barooney.com / Twitter
Porky http://porky.io/de/
Kochbuch www.fuer-freunde.ch / Facebook

PS: Eine Aufzeichnung gibt es diesmal nicht, wir sind aber mit dem Vortrag am 3.12. in Hamburg und werden ihn dann aufnehmen und für Euch online

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